www.siebenkaes.de

 
Deutung: "Siebenkäs"
Verbreitung: "Siebenkäs"
Ursprung: "Siebenkäs"

Impressum
©SIEMI 2006
Siebenkäs, Siebenkäss, Siebenkaes, Siebenkäß, Siebenkaeß, Siebenkees, Siebenkeeß...
 

Sieben: Germanischer Name und christliche Gotteszahl als Wurzel

Was sagt der Name?
von Hans Marcus Thomsen

Warum heißen Leute Siebenlist oder Siebenschuh, Siebenwurst oder Siebenhaar? In jeder Kultur gibt es Zahlen,
denen eine magische Bedeutung
zugeschrieben wird. Unseren germanischen Vorfahren galt die Neun (drei mal drei)
als heilige, vollkommene Zahl.
Die aber wurde mit dem Siegeszug des Christentums fast völlig verdrängt.

In der Bibel, vor allem im Alten Testament, ist die Sieben die Zahl Gottes:
In sieben Tagen erschuf er die Welt, sieben Arme hat der Leuchter in seinem Tempel, sieben Plagen schickt er über
die Menschen, sieben Jahre sind eine viele Male gesetzte Frist, und sieben Todsünden soll man nicht begehen.
So begegnen wir der Zahl Sieben auch in unserem Volksglauben und in unserer Volkskultur.
Da gibt es die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen, die sieben Schwaben, die sieben Raben,
die Siebenmeilenstiefel, die sieben Geißlein und die sieben auf einen Streich.
Im altdeutschen Recht müssen sieben Zeugen benannt werden, der Kaiser wird von sieben Kurfürsten gewählt.
Es wäre eher sonderbar, wenn diese geheimnisumwitterte Zahl nicht auch in die Namenwelt eingedrungen wäre.

Fast 60 Familiennamen gibt es, die die Zahl Sieben enthalten. Am häufigsten sind Namen, die von Örtlichkeiten
ausgehen: Siebeneichen (Siebeneich, -eichner, -eichler, -eick, -eiker) bezieht sich wohl auf alte Kultplätze,
Siebenbach, Siebenborn auf Quellentäler. Abgabeverpflichtungen gegenüber dem Grundherren benennen:
Siebenhühner, Siebenwurst, Siebenkäs(kees) und Siebenbrodt. Dazu gehören auch Siebenschock,
Siebenmark, Siebenthaler und Siebenheller. Besonders bunt ist die Schar der Neck- und Spottnamen.

Hier wird deutlich, daß die Sieben besonders viel, aber auch besonders wenig bezeichnen kann.
So muß man die sehr häufigen Siebenhaar analog zu den "Siebensachen" verstehen. Dagegen verfügen
Siebenkittel, Siebenrock (oft verkürzt zu Simrock) und Siebenschuh wohl über einen besonders
reichhaltigen Kleiderschrank. Dem Siebenäuger entgeht nichts, und Siebenlist gehört zu den besonders pfiffigen,
die wie der Fuchs über sieben Listen verfügen. Und Siebenweiber (40 Namensträger) hat einem
Siebenmäderlhaus vorgestanden - oder?

Nur alle, die Sieben oder Siebens heißen (etwa 3000 Namensträger), haben mit dieser wundersamen Namenfamilie
nichts zu tun. Ihr Name ist eine verschliffene Form der germanischen Rufnamen Sigbert, Sigbald oder Sigbold.

Quelle:
Artikel erschienen am Fr, 15. April 2005
http://www.welt.de/data/2005/04/15/699005.html